Über mich

Monica Vischer Richter

 

Mein Brotberuf war die Welt der Bücher (Verlag, Buchhandel, Bibliothek). Seit jeher liegen mir aber alle Arten von Arbeiten mit Textilien sehr am Herzen. Gekonntes Handwerk und Genauigkeit sind dabei wichtig.

 

 

 

Deshalb habe ich in mittleren Jahren noch eine berufsbegleitende Ausbildung zur Schnittgestalterin und Schneiderin absolviert. Insbesondere die Schnittgestaltung, die eine Mischung aus Vorstellungskraft, geometrischem Zeichnen und Kreativität erfordert, kommt meinem Denken und meiner Art sehr entgegen. Daraus sind Serien von Kleidern und Taschen entstanden.

 

 

 

Später kam das Bedürfnis hinzu, mich auch wieder mit Sticken zu befassen, ursprünglich im Hinblick auf das Besticken von Kleidern. Die Beschäftigung mit dem „freien Sticken“ (erstmals an einem Kurs bei Rita Briw) hat mir dann eine ganz neue Welt der Kreativität eröffnet und mich auf neue Wege geführt.

 

 

 

Das Arbeiten, das Handwerk mit dem freien Gestalten verbindet, ohne Regeln, Vorlagen oder Bedingungen, hat eine unerwartete Gestaltungskraft ausgelöst und neue Möglichkeiten erschlossen.

 

 

 

So befasse ich mich heute fast ausschliesslich mit figürlichen Darstellungen und dreidimensionalen Objekten. Dafür verwende ich Wolle, die ich mit Filznadeln bearbeite oder teilweise nass verfilze, und Fäden zum Besticken.

 

 

 

Da ich mich ein Berufsleben lang mit Sprache befasst habe, ist Sprache bei meinen textilen Arbeiten zentral und eine „eigene“ Ausdrucksweise zu finden die Grundlage.

 

 

 

Die Auseinandersetzung mit den vielfältigen Herausforderungen des Frauenlebens und des Frauseins, besondere Befindlichkeiten oder sprachliche Begriffe und eine künstlerische Umsetzung und Interpretation derselben treiben mich an.

 

 

 

Der Bezug zur Natur und meiner Umgebung ist mir ebenfalls wichtig. Dies drückt sich besonders durch die Wahl der verarbeiteten Materialien aus.

 

 

 

In der Regel kommt also die Sprache zuerst – das Nachdenken über Themen und Ausdrucksweisen – und danach folgt die bildliche Umsetzung. Hin und wieder tauchen dabei auch Geschichten aus der Mythologie auf (z.B. der griechischen). Themen und Begriffe sollen einen Bezug zu unserem heutigen (Frauen-)Leben herstellen.

 

 

 

Den Sachen auf den Grund zu gehen ist mir ein Anliegen. Dabei schaue ich beim Gestalten gerne auch mit einem zwinkernden Auge auf meine gewählten Themen.

 

 

A dress, like a faithful portrait, reflects a state of love.

(Paul Poiret)